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Die Blogbeiträge entsprechen den persönlichen Meinungen der Autorinnen und Autoren. Sie stellen keine offiziellen Positionen des Sozialliberalen Forums dar.

 

Wie wird aus unbezahlter eine bezahlte Care-Arbeit?​

2/24/2025

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Michael Oliveri, Peter Ettlin, Sybille Eugster Straubhaar

Bei der unbezahlten Care-Arbeit geht es mehrheitlich um die Erziehung und Betreuung der
Kinder und die Arbeit im Haushalt, betroffen sind meistens die Frauen. Woher soll das Geld
kommen, um die unbezahlte Care-Arbeit zu finanzieren? Ein Lösungsansatz wäre eine
finanziell paritätische Aufteilung der Einkommen in der Partnerschaft.


Grundsätzlich gelangen die benötigten finanziellen Mittel für die Care-Arbeit via Erwerbseinkommen zu den Paaren und Familien, aber diese bleiben dort in der Regel zum Nachteil der Frau ungleich verteilt. Das führt mehr oder weniger bewusst auch zu einem Abhängigkeitsverhältnis und Machtgefälle in der Ehe und hat oft gravierende finanzielle Folgen für die Frau nach einer Scheidung.
Im Falle einer Scheidung wird das noch vorhandene gemeinsam erworbene Vermögen (Errungenschaft) hälftig geteilt, so auch das Altersguthaben der AHV und der Pensionskasse. Viele geschiedene Frauen haben aber danach wegen längerem beruflichem Unterbruch oder wesentlich reduziertem Pensum und infolge mangelhafter Weiterbildung weniger gute berufliche Möglichkeiten und entsprechend auch eine schlechte Altersvorsorge.

Neues Modell für eine paritätische Aufteilung der Finanzen
Warum sollte der Grundsatz der hälftigen Aufteilung nicht bereits ab Beginn der Ehe oder eheähnlichen
Verbindung gelten?
In einem neuen Modell wäre die verbindliche Partnerschaft als Wirtschaftseinheit zu betrachteten: Beide arbeiten für dieses «Unternehmen», dazu zählen gleichermassen die Einkommen aus der Erwerbstätigkeit wie die Care- Arbeit. Beide haben einen hälftigen Anspruch auf das gesamte Einkommen des Paars. Somit gilt die Care-Arbeit als gleichwertig wie die Berufsarbeit.
Eine solche paritätische Aufteilung stärkt bei den meisten Paaren die finanzielle Position der Frau, ermöglicht ihr eine eigene 3. Säule aufzubauen und auch ihre Weiterbildungen zu finanzieren, um im Falle von vorübergehender Verminderung oder Unterbruch der Erwerbstätigkeit beruflich fit zu bleiben. Sie fördert bei vielen Paaren auch eine mehr ausgeglichene Aufteilung der Erwerbstätigkeit, der Betreuung der Kinder und der Arbeit im Haushalt.

Bei einer solchen paritätischen Einkommensaufteilung müssen die monatlichen Einkommen sowie die Beiträge für die AHV und PK hälftig auf entsprechende Konten überwiesen werden. Ansatzweise gibt es eine solche Möglichkeit bei der Pensionsversicherung Österreich: Das freiwillige Pensionssplitting ermöglicht es Eltern, ihre Pensionsansprüche für die Jahre der Kindererziehung untereinander aufzuteilen. Eine paritätische Einkommensaufteilung wäre auch die Grundlage für eine individuelle Steuerveranlagung.

Wie könnte ein solches finanziell paritätisches Modell eingeführt werden?
In der Schweiz wird auf Grund eines 2022 eingereichten Vorstosses des Ständerats Andrea Caroni die Einführung eines PACS (Pacte civil de solidarité) als neue Form für eine eheähnliche Partnerschaft bzw. ein «Konkubinat Plus» geprüft («Einen Pacs für die Schweiz» Parlamentarische Initiative). Im Parlament könnte dann für den PACS auch die Idee der finanziell-paritätischen Aufteilung der Einkommen eingebracht werden.
Das Ziel wäre, dass für den PACS und auch für die Ehe ein alternatives finanziell paritätisches Modell eingeführt wird. Die Paare könnten dann frei wählen, welches Modell für ihre Lebensgemeinschaft gelten soll.
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